Anwendung und Wirkung von Rattengift

Ein Merkmal aller Rattengifte ist das zeitversetzte Eintreten der Wirkung: Ratten sind sehr intelligente Tiere, welche stets einen „Vorkoster“ vorausschicken. Nur wenn dieser das Futter verträgt, fressen auch die anderen Tiere davon. Würde die erste Ratte unmittelbar nach dem Fressvorgang sterben, so würde die Sippe den Köder meiden. Wenn die Wirkung aber erst nach einigen Stunden einsetzt, können die Tiere keinen Zusammenhang zu der eigentlichen Ursache mehr herstellen.

Verschiedene Anwendungsformen

Im Außenbereich müssen Köder immer in einer Köderbox ausgelegt werden, damit wirklich nur Ratten davon fressen und keine Haustiere oder sogar Kinder zu Schaden kommen. Im Sommer vertrauen Experten eher auf Getreideköder, im Winter lassen sich Ratten eher durch Fettpastenköder anlocken, da sie in der kalten Jahreszeit auf der Suche nach besonders energiereichem Futter sind. Da Ratten täglich trinken müssen, sind auch spezielle Trinkköder erhältlich. Köderblöcke werden vornehmlich in der Kanalisation oder in feuchten Bereichen ausgelegt.
Innerhalb von Gebäuden kann auch ein spezielles Kontaktpulver oder -gel zur Rattenbekämpfung verwendet werden. Dieses verteilt der Schädlingsbekämpfer auf Laufwegen oder an den Nistplätzen. Die Ratten nehmen das Gift über das Fell und zusätzlich während des Putzens auf.

Wirkungsweise von Rattengift

Modernes Rattengift enthält üblicherweise gerinnungshemmende Substanzen, die sogenannten Cumarine. Diese unterbinden die Vitamin-K-Synthese in der Leber, was zu verzögerter Blutgerinnung und dem Auflösen von Zellwänden führt. In der Folge verenden die Ratten innerhalb einiger Stunden aufgrund innerer Blutungen.
Diese Wirkstoffe der zweiten Generation sind auch unter der Bezeichnung Superwarfarine oder Antikoagulantien bekannt.

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