Rattengift (Rodentizid)

Natürlich stellen Rattenfallen die risikoärmere Art der Rattenbekämpfung dar, aber mit ihnen kann man lediglich einzelner Tiere habhaft werden. Durch das Auslegen von Giftködern und ähnlichen Maßnahmen lässt sich eine deutlich breitere Wirkung erzielen. Gerade bei einer Rattenplage ist diese Art der Schädlingsbekämpfung kaum vermeiden.

Beschaffung von Rattengift

Seit dem 1. Januar 2013 darf herkömmliches Rattengift nicht mehr frei verfügbar im Einzelhandel angeboten werden, sondern nur noch in Fachhandel erhältlich sein. Um Rattengift zu erwerben und zu verwenden, muss man außerdem einen Sachkundenachweis besitzen. Diese Einschränkung des Anwenderkreises ist einer europäischen Wirkstoffbewertung geschuldet und soll eine sachgerechte Verwendung der Biozide sicherstellen.
Von der Verwendung alter Giftbestände ist dringend abzuraten, da diese teilweise über eine zu hohe Toxizität verfügen, während sie zugleich keinerlei Wirkung auf Ratten mehr besitzen. Ratten sind nämlich in der Lage, sehr schnell Resistenzen gegenüber giftigen Stoffen zu entwickeln. Darum muss ständig an der Entwicklung neuer Rodentizide gearbeitet werden.

Problematische Aspekte der Verwendung von Rattengift

Tierschützer kritisieren die lange Dauer, bis die Köder letztendlich ihre letale Wirkung erreichen. Bis zum Tod der Tiere können bis zu 48 Stunden verstreichen, während deren die Tiere qualvoll leiden müssen. Zudem kann nicht immer eine Kontamination der Umwelt durch das Gift vermieden werden. Eigentlich sind die in Rattengift verwendeten Substanzen aufgrund ihrer hohen Schadstoffkonzentration in der EU nicht mehr zugelassen. Mangels Alternativen dürften sie jedoch weiter vertrieben und verwendet werden.
Des Weiteren besteht bei einigen Anwendungsformen des Giftes die Gefahr, dass Haus- oder Wildtiere mit den toxischen Stoffen in Berührung kommen. Gerade Eulen, Füchse und Marder werden von den Ködern angelockt. Getreideköder stellen dagegen vor allem für kleinere Vogelarten, welche dort harmloses Körnerfutter vermuten, eine Bedrohung dar.

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